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"so schön anders Tour 2017" - Vorband: Stamping Feet

 Adel Tawil | 30.06.2016 | Einlass 18.30 Uhr & Beginn 20 Uhr

Adel Tawil

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Nach seiner auskurierten Halswirbelverletzung kehrt Adel Tawil in diesem Jahr mit einem neuen Album "so schön anders" und mit seiner gleichnamigen Tour auf die Bühne zurück. Freuen Sie sich also auf einen der größten deutschsprachigen Popacts, präsentiert von MDR Jump. Stamping Feet, das Trommelgewitter aus Berlin heizt als Vorband mächtig ein.

Adel Tawil hat so einiges erlebt in der wunderbaren Welt der Popmusik. Er war als ehemaliges Mitglied einer Boyband am Boden zerstört und mit Ich + Ich ganz weit oben. Adel Tawil hat ein Leben, das eigentlich für zwei reicht und er ist bereit, davon zu erzählen: Mit seinem Album „Lieder" im Gepäck spielt er nach seiner überaus erfolgreichen Tour im Sommer ausgewählte Open Air Shows.

2012 spielten Ich + Ich ihr vorerst letztes Konzert, seitdem arbeitete Adel Tawil an seinem Album. Trotz seiner nunmehr 18-jährigen Karriere ist es überraschenderweise sein erstes eigenes Album und wie jeder Newcomer fühlt er – ebenso überraschend – eine gewisse Unsicherheit. Er ist nervös, wenn er über sein Album spricht, wobei er den fast unvermeidlichen Vergleich zu Ich + Ich - die zu den erfolgreichsten deutschen Künstlern der Gegenwart gehören - gar nicht so sehr fürchtet. Weder fühlt er sich verpflichtet sich künstlich davon abzuheben, noch wird das neue Album eine bloße Kopie der erfolgreichen Rezeptur werden. Lapidar erzählt Adel in diesem Zusammenhang die Geschichte von Keith Richards, dem die Kritiker vorwarfen, dass sein Soloalbum verdammt nach Rolling Stones klingen würde. Ach wirklich? Überraschung? Nicht wirklich! Und dieses Konzept geht auf. Der Erfolg beweist es offenkundig: In 2014 erhält der mehrfach mit Gold und Platin ausgezeichnete Künstler den Echo als bester Newcomer.

„Das erste eigene Ding, nach Jahren. Das, was ich immer erreichen wollte", beschreibt er die Arbeit an seinem Album und tatsächlich hört sich die Platte wie ein Querschnitt aus Adels Leben an. Da gibt es diesen wunderbaren Song „Lieder", in dem Adel sein gesamtes Leben anhand von Künstlern und Songtexten beschreibt, die ihn geprägt haben. Ein Leben in Liedern und die ausgewählten Zitate sind dabei so kunstvoll zusammengesetzt, dass es tatsächlich eine – seine Biografie - ergibt.

Der urbane Hip Hop-lastige Song „Graffiti Love" beschreibt wiederum eine Liebe, groß, jung und frei, wie ein zwanzig Meter hohes Rooftop-Graffiti, das man von der S-Bahn aus auf einer Häuserwand lesen kann und mit seiner Unmittelbarkeit direkt ins Herz trifft. Dass der Gesang dabei von den Schwestern Humpe und Humpe beigesteuert wird, ist dabei vielleicht nur eine kleine, aber immerhin bemerkenswerte Randnotiz. Mit „Willst du unbedingt einen Mann vor dir weinen sehen" wird Adel so persönlich, das es fast schon weh tut. Hier liefert sich der Sänger seinem Publikum aus, wie selten ein Künstler zuvor. Schwäche und Gefühl trifft auf Stärke ohne falschen Stolz.

Sido und Prinz Pi steuern für den Song „Aschenflug" vertrauliche Erkenntnisse bei, wenn es darum geht, sich im Angesicht des Scheiterns selbst zu vernichten. Der Sänger trifft mit den beiden Hip Hop Ikonen auf seine Ursprünge und zusammen beschreiben sie die Zerrissenheit zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Wenn die Sucht zu stark ist, der Griff zur Droge der einzige Ausweg zu sein scheint und nur noch mehr Unheil anrichtet, werden die Menschen zu destruktiven Kometen. Auf ihrem „Aschenflug" ziehen sie eine Spur der Zerstörung.

Immer wieder schneidet Adel Tawil aber auch die großen gesellschaftlichen Themen an und präsentiert uns seine Vorstellung eines anderen Lebens, mit einem anderen Miteinander. In dem Song „Zuhause", den er mit dem jüdisch-orthodoxen Reggae Künstler Matisyahu geschrieben hat, beschreiben die beiden eine Welt ohne Nationen und Vaterländer, denn schließlich sind wir doch nur dort Zuhause, wo unsere Freunde sind.

Kein Wunder also, wenn Adel Tawil nervös ist, und gespannt darauf, was die Leute über sein Album sagen werden, das moderner,   basslastiger und urbaner klingen wird, als alles, was man bislang
von ihm gehört hat. Doch wer nicht springt wird niemals fliegen und was bitteschön hat Adel Tawil, der Mann, der schon alles gesehen hat, zu verlieren? Nichts! (Foto/Opener: Olaf Heine)

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